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21. April 2020

Presseartikel
in der Aargauer Zeitung
Serie "Corona im Alltag"

Seit 30 Jahren in der Wäscherei:

Mina Andreano hat mehr Angst vor einem Jobverlust als vor dem Virus

Mina Andreano wäscht bei bardusch in Brugg Berufskleider. In der Coronakrise stand die Grenzgängerin auf dem Heimweg schon bis zu vier Stunden im Stau. Nun hofft sie, dass das Wäschevolumen beispielsweise aus der Gastronomie bald wieder zunimmt.

Als das Coronavirus in der Schweiz zum Thema wurde, sei die Angst vor einer Infektion im Team, das vorwiegend aus Frauen besteht, schon gross gewesen, erinnert sich Mina Andreano. Die 60-Jährige arbeitet als Produktionsmitarbeiterin in der Wäscherei der Bardusch AG in Brugg. Der schweizweit tätige Textildienstleister hat seinen Hauptsitz in Basel. Rund 700 Mitarbeitende reinigen in sechs Niederlassungen insgesamt etwa 100 Tonnen Wäsche pro Tag. In Brugg sind es vor allem Berufskleider aus der Lebensmittelbranche, der Gastronomie und dem Gewerbe. Da aufgrund der Coronakrise viele Restaurants geschlossen sind, fällt in Brugg, wo 74 Personen angestellt sind, weniger Wäsche an. «Zum Volumenausgleich habe ich angeboten, meine Kollegen in den anderen bardusch-Wächereien zu unterstützen», sagt Niederlassungsleiter Hugo Woodtli. So werden derzeit auch Berufskleider von Ärzten und Pflegepersonal in separaten Waschverfahren in Brugg bearbeitet. Sämtliche Spitalwäsche von Patienten wird hingegen weiterhin in Basel gewaschen. «Anstatt der üblichen sieben Tonnen Wäsche pro Tag kommen wir aktuell noch auf etwa sechs Tonnen», präzisiert Woodtli. Das heisst: bardusch musste für die Niederlassung Brugg Kurzarbeit anmelden.

Fiebermessen vor dem Arbeitsantritt

Mina Andreano ist so etwas wie die gute Seele der Brugger Niederlassung. Sie arbeitet seit 30 Jahren bei bardusch, ist Mitglied der Personalkommission und erzählt, wie Hugo Woodtli die Mitarbeitenden umgehend über die Gefahren des Coronavirus und die Vorsorgemassnahmen informierte. Noch bevor der Bundesrat den Lockdown verordnete, hatte Bardusch das frühmorgendliche Fiebermessen vor Arbeitsantritt eingeführt. «Das hat uns alle sehr beruhigt», sagt die Mutter von drei erwachsenen Kindern. Im Umgang mit der schmutzigen Wäsche tragen die Angestellten stets Handschuhe. Wegen des Coronavirus gehört nun auch der Mundschutz zur Arbeitsausrüstung. Andreano hat keine Angst, sich über die Wäsche mit dem Virus zu infizieren. Vielmehr fragt sie sich, was passiert, wenn die Arbeit ausgeht und die Firma schliessen müsste. «Ohne Arbeit kann ich nicht leben», sagt die gebürtige Französin, die in Bad Säckingen lebt und seit einigen Wochen morgens und abends den Passierschein für Grenzgänger sowie ihren Pass am Zoll vorweisen muss. Als die Grenze Schweiz-Deutschland geschlossen wurde, stand sie am ersten Abend fast vier Stunden im Stau und war erst um 20 Uhr zu Hause. «Jetzt muss ich an der Grenze nur noch selten warten. Ich arbeite von 6.00 bis 15.30 Uhr in Brugg und bin jeweils vor der Hauptverkehrszeit unterwegs», erzählt Mina Andreano. Sie geniesst es, nach der Arbeit mit ihrem Hund spazieren zu gehen. Die meisten Einkäufe erledigt ihr Mann, weil er aktuell mehr Zeit hat als sie. Lebensmittel zu kaufen, könnten sich die meisten Leute schon noch leisten. «Aber bei den Kleidern müssten sich einige schon zweimal überlegen, wofür sie das Geld wirklich ausgeben wollen. Nimmt die Arbeit weiter ab, spitzt sich das Problem zu», hält die 60-Jährige fest.

 

Ein persönlicher Brief von der Geschäftsleitung
Aktuell sieht es nicht nach einer Verschärfung aus. Die bardusch AG ist vom Bund als systemrelevanter Betrieb eingestuft worden. Mit einem persönlichen Brief hat die Geschäftsleitung allen bardusch-Angestellten für ihren Einsatz in dieser ausserordentlichen Situation gedankt. Kurz darauf meldete sich auch die Besitzerfamilie mit einem Dankesschreiben bei allen Niederlassungen. Diese Zeichen der Wertschätzung seien beim Personal gut angekommen, sagt Mina Andreano, die auch künftig dafür sorgen will, dass der Spass bei der Arbeit nicht fehlt. «Negative Gedanken zu verbreiten, bringt nichts. Wir brauchen einfach noch etwas Geduld.» Am meisten freut sich die Produktionsmitarbeiterin, wenn die Grenzen wieder für alle offen sind und sie ihre Schwester in Frankreich besuchen kann. Niederlassungsleiter Hugo Woodtli wird sein Team als Dank für die gute Arbeit zu einer Grillparty einladen, wenn die Coronakrise vorbei ist.

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